Bevor es los geht…

 

Hier findest du ein paar Ideen, bevor es mit der Gründung richtig los geht …

Wer leitet die Gruppe?

  • Eine LSBT* Jugendgruppe zu gründen und zu leiten macht viel Spaß – ist allerdings auch viel Arbeit! Einfacher ist es, wenn ihr euch zu zweit, zu dritt oder zu viert zusammenschließt, um das Projekt LSBT*Jugendgruppe zu starten. Vielleicht seid ihr ja sogar ein Freundeskreis aus Mädchen* und Jungs* – das hat sich oft bewährt, wenn ihr eine bunt gemischte Gruppe gründen möchtet.

Wer ist eingeladen?

  • Und da sind wir auch gleich bei der nächsten Frage: Wer soll eigentlich in die Jugendgruppe kommen: nur Mädels* oder nur Jungs*? Beide Geschlechter und auch alldiejenigen, die sich nicht zuordnen möchten? Über diese Frage solltet ihr euch zu Beginn klar werden. Wenn ihr sowohl Mädchen als auch Jungen ansprechen möchtet, dann müsst ihr das auch klarmachen. Damit meinen wir, dass ihr überall, wo ihr für die Gruppe Werbung macht, von beiden Geschlechtern sprecht.
  • Wenn auch trans* Jugendliche den Weg zu euch finden sollen, dann sagt auch das ganz unmissverständlich. In der Schriftsprache bietet es sich an, auf Formulierungen folgender Art zu achten: „Bei uns ist jede_r willommen! Unsere Jugendgruppenleiter_innen freuen sich auf deinen Besuch!“ Durch das Gendern sind Mädels, Jungs und Personen, die sich nicht festlegen möchten, bedacht.
  • Genauso wichtig wie die Frage, ob ihr eine gemischte Gruppe oder eine reine Mädels-, trans*- oder Jungsgruppe sein möchtet, ist die Frage, wie alt eure Besucher_innen mindestens beziehungsweise maximal sein sollen. Viele Gruppen begrenzen ihre Jugendgruppe auf die Altersspanne der 14-21 Jährigen. Aus gutem Grund, denn genau diese Altersgruppe ist unter dem Begriff „Jugendliche“ bzw. „junge Volljährige“ zu verstehen.
    Insbesondere eine Altersgrenze nach oben macht Sinn: Keine_r will jemandem etwas Böses, aber mal ganz im Ernst: was möchten Personen, die stramm auf das 30. Lebensjahr zugehen, in einer Jugendgruppe mit Minderjährigen? Welche gemeinsamen Interessen und Themen haben 14-Jährige mit 29-Jährigen?

Wo soll’s stattfinden?

  • Viele LSBT* Jugendgruppen nutzen einfach die Räume von anderen Jugendzentren, weil sie dort alles mitbenutzen können: Kicker, Billard, Spiele etc. Vielleicht fragt ihr bei euch im Ort im Jugendzentrum, ob eine Raumnutzung möglich ist.
  • Ansonsten sind wir euch gerne bei der Raumsuche behilflich. Wir kennen viele soziale Einrichtungen und haben eine ganze Reihe nützlicher Kontakte für euch. Bedenkt bei der Raumsuche auch, dass euer Treff möglichst gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und barrierefrei ist.

Wann treffen wir uns?

  • Wichtig sind natürlich auch die Fragen, wann und wie oft ihr euch treffen wollt. Die Beantwortung hängt natürlich vor allem von euren persönlichen Möglichkeiten, Zeitressourcen und eurem Treffpunkt ab.
    Trotzdem ein paar Hinweise: der Erfahrung nach macht es wenig Sinn, sich nur einmal im Monat zu treffen. Die Abstände sind für die Jüngeren sehr lang. Wer einen Termin verpasst, muss vielleicht zwei Monate warten bis zum Wiedersehen. Ein Gruppengefühl kann kaum entstehen und das Risiko ist groß, dass die Gruppe nicht richtig in Gang kommt.
  • Wenn ihr zu mehreren seid, könnt ihr über wöchentliche oder 14-tägige Öffnungszeiten nachdenken. Schüler_innen haben oft bis in den Nachmittag hinein Unterricht – gleichzeitig dürfen Minderjährige abends in der Regel nicht allzu spät nach Hause kommen. Es bietet sich also ein Zeitfenster am späten Nachmittag bis frühen Abend zwischen 17.00h – 21.00h an. Ihr solltet euch als Team auf einen festen Termin mit verbindlichen Uhrzeiten einigen.