Wir gegen sexualisierte Gewalt und Übergriffe

Der Schutz von Jugendlichen vor sexuellen Übergriffen ist der Fachstelle Queere Jugend NRW und seinem Trägerverein Schwules Netzwerk NRW ein besonders wichtiges Anliegen.

Das bedeutet die Umsetzung der §8A (Vorgehensweise bei Kindeswohlgefährdung) und §72A (Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Personen) Sozialgesetzbuch VIII.

Alle Jugendlichen sollen in den LSBT* Jugendgruppen Schutzräume vorfinden, in denen individuelle Grenzen gewahrt bleiben und sexualisierte Übergriffe und Gewalt geächtet werden. Um den Schutz vor sexualisierter Gewalt zu stärken, ergreift die Fachstelle Queere Jugend eine Reihe von Maßnahmen und kooperiert eng mit den bürgerschaftlich engagierten Jugendgruppenleiter_innen vor Ort und mit den jeweiligen kommunalen Trägervereinen oder Kooperationspartnern.

Maßnahmen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in den Jugendgruppen:

  • Die hauptberuflichen Mitarbeiter_innen der Fachstelle Queere Jugend NRW haben dem Trägerverein zum Stellenantritt ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt, um die fachliche Eignung nach §72 SGB VIII nachzuweisen sowie eine entsprechende Selbstverpflichtungserklärung unterschrieben.
  • Im Rahmen der Jugendgruppenleiter_innen Ausbildung sowie der Fortbildungs- und Vernetzungstreffen, unter dem Dach der Fachstelle Queere Jugend NRW , orientieren sich die Mitarbeiter_innen an dem verbindlichen Curriculum des Landesjugendrings NRW. Hier ist die Thematisierung des §8a SGB VIII, des Jugendschutzes und der Schutzaltergrenzen und die Schulung zum Thema sexualisierte Übergriffe enthalten.
  • Des Weiteren wird das Thema „Schutz vor sexualisierter Gewalt“ als ein Querschnittsthema verstanden, welches beständig in seinen verschiedenen Facetten reflektiert werden muss. Vor diesem Hintergrund spielen auch die pädagogische Auseinandersetzungen um Sexismus und Lookismus in der selbstorganisierten LSBT* Jugendkultur und Gruppenarbeit immer wieder eine wichtige Rolle. Grenzwahrendes Verhalten sowie die Erstellung, Einhaltung und Durchsetzung von Regeln, die Grenzverletzungen verhindern, sind Teil der von der Fachstelle Queere Jugend organisierten Juleica-Schulungen.
  • Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Vermittlung einer soliden Verweisungskompetenz in Hinblick auf §8a SGB VIII bei den ehrenamtlich engagierten Jugendgruppenleiter_innen innerhalb ihrer Städte sowie eine  bestmögliche kommunale Einbindung. Dies ist standardisierter Bestandteil der Bestandsaufnahme bei erstmaligen Trägerbesuchen, Neugründungen von Jugendgruppen und in den Schulungen und Fortbildungsseminaren.
  • Darüber hinaus erarbeitet die Fachstelle Queere Jugend mit ehrenamtlich engagierten Jugendgruppenleiter_innen Handlungsstrategien und pädagogische Kompetenz, um sich souverän und eindeutig in gruppenpädagogischen Settings zu bewegen.
  • Die Fachstelle Queere Jugend regt Vereinbarungen zwischen den ehrenamtlich tätigen Jugendgruppenleiter_innen und den jeweiligen Trägervereinen/ Kooperationspartnern zur Einführung erweiterter polizeilicher Führungszeugnisse für die Jugendgruppenleiter_innen an.