Wie bekomme ich die Bude voll?

 

Stell dir vor, es gibt eine LSBT* Jugendgruppe – und keiner geht hin?

Wie hört man von uns?

  • Damit möglichst viele lesbische, schwule, bi, trans* und queere Jugendliche zu eurer Jugendgruppe kommen, müsst ihr natürlich Werbung machen. Stellt euch einfach die Frage: wie würdet ihr selbst nach einer LSBT*Jugendgruppe suchen? Wahrscheinlich im Internet, oder? Also macht es Sinn, eine Facebookseite zu erstellen, auf dbna.de, girlflirt, L-Beach, gorizi, lesarion usw. Profile online zu stellen. Natürlich könnt ihr euch auch hier auf www.queere-jugend-nrw.de präsentieren.
  • Besonders schick ist natürlich eine eigene Homepage – die macht aber nur Sinn, wenn ihr sie auch selbst pflegen und aktuell halten könnt. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, Werbung für sich zu machen. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sind kein ganz einfaches Geschäft – wir von der LSBT*Jugendfachstelle beraten euch aber gerne, was ihr in eurer Stadt noch alles unternehmen könnt, um die Bude voll zu bekommen.

Was tu ich hier eigentlich?

  • Um eine Jugendgruppe zu starten, ist es nicht nötig, Pädagog_in sein. Trotzdem ist es clever, sich schlau zu machen, was es bedeutet, Jugendgruppenleiter_in zu sein. Die Rolle der Jugendgruppenleitung ist schließlich eine ganz besondere – sie macht Spaß (vor allem, wenn es ein Team gibt), kann aber auch stressen. Vielleicht fragt ihr euch auch, welche Verantwortung ihr bei der Gruppenleitung eigentlich übernehmt?  Und überhaupt: wie wachsen sehr unterschiedliche Menschen zu einer Gruppe zusammen und wie kann mit Konflikten umgegangen werden?
  • Um genau diese Fragen geht es in unserer Jugendgruppenleiter_innenausbildung, die wir allen sehr ans Herz legen. Hier lernt ihr alles, damit ihr euch sicher in der Gruppenleitung fühlt und auch in stressigen Situationen nicht die Ruhe verliert! Die nächsten Schulungstermine findet ihr auf der Startseite.

Rechtliches

  • Und wo wir schon mal bei dem Thema sind: es gibt ein paar rechtliche Angelegenheiten, über die es sich lohnt, informiert zu sein. Dabei geht es hauptsächlich um Fragen der Aufsichtspflicht, die immer dann greift, wenn Minderjährige in der Gruppe sind, und um Haftungsfragen.
  • Aber auch Fragen zum Umgang mit Alkohol und Zigaretten und andere Dingen, die als jugendgefährdend angesehen werden, können wichtig werden. Ein paar wichtige Basics zu diesen Themen findest du im Downloadbereich zum Nachlesen. Bei komplizierten Fragen kannst du dich natürlich gerne an uns direkt wenden – wir helfen gerne weiter. Ein solides Grundwissen zu diesen Fragen – wir wiederholen es gerne noch einmal – vermitteln wir in unseren Jugendgruppenleiter_innenschulungen.

Woher nehmen wir das Geld?

  • Das liebe Geld! Wahrscheinlich werdet ihr zunächst über kein eigenes Geld für eure Jugendgruppe verfügen – und trotzdem werdet ihr immer welches brauchen. Keine Panik! Bei ein paar Maßnahmen können wir euch als LSBT*Jugendfachstelle unter die Arme greifen, z.B. wenn ihr Flyer oder Aufkleber drucken wollt, euch als Team weiterbilden möchtet oder einen spannenden Themenabend für die Gruppe organisieren wollt. Sprecht uns einfach an.
  • Ansonsten kann es vielleicht sinnvoll sein, eine Gruppenkasse anzulegen. Wenn ihr öffentliche Gelder beantragen möchtet, sind die Stadtjugendringe und das Jugendamt eure wichtigsten Adressen. Gerne helfen wir euch vor Ort und begleiten euch zu Gesprächen auf dem Amt, wenn ihr die Beantragung von Geldern klären möchtet. Auch bei der Planung und Umsetzung von Spendenaktionen sind wir gerne behilflich.

Wie mache ich die Gruppe zu einem sicheren Ort?

  • Ein sehr ernstes Thema, über das gesprochen werden muss, ist der Jugendschutz und insbesondere der Schutz vor sexuellen Übergriffen in der Jugendgruppe. Eure Gruppe soll ein Ort sein, an dem sich alle wohlfühlen können und der als Schutzraum erlebt wird. Mit ein paar klaren Umgangsregeln und Standards, wer die Gruppe leiten darf, könnt ihr viel dazu beitragen, eure Gruppe zu einem Wohlfühlort werden zu lassen.
  • Zum Beispiel kann die Einführung von erweiterten polizeilichen Führungszeugnissen für alle Jugendgruppenleiter_innen ein klares Signal sein, dass sexuelle Übergriffe bei euch nicht geduldet werden. Noch wichtiger sind die Umgangsformen in eurer Gruppe selbst: ein paar klare Regeln, was erlaubt ist und was unerwünscht ist und welche Grenzen keinesfalls überschritten werden dürfen, können ein riesiger Gewinn für alle sein.
  • Die Auseinandersetzung mit dem Thema „Schutz vor sexueller Gewalt“ soll euch ermutigen, eine Gruppe zu leiten, in der persönliche Grenzen respektiert werden und niemand durch Anzüglichkeiten, Berührungen oder ähnliches beschämt oder verletzt wird. Gerne beraten wir euch, was ihr alles tun könnt, um eure Jugendgruppe zu einem sicheren Ort werden zu lassen.