Wir gegen sexualisierte Gewalt und Übergriffe

Der Schutz von Jugendlichen vor sexuellen Übergriffen ist der Fachstelle Queere Jugend NRW und seinem Trägerverein Schwules Netzwerk NRW ein besonders wichtiges Anliegen.

Alle Jugendlichen sollen in den LSBTIQ* Jugendgruppen Schutzräume vorfinden, in denen individuelle Grenzen gewahrt bleiben und sexualisierte Übergriffe und Gewalt geächtet werden. Um den Schutz vor sexualisierter Gewalt zu stärken, ergreift die Fachstelle Queere Jugend seit Beginn ihrer Arbeit eine Reihe von Maßnahmen und kooperiert eng mit den bürgerschaftlich engagierten Jugendgruppenleiter_innen vor Ort und mit den jeweiligen kommunalen Trägervereinen oder Kooperationspartner_innen.

Seit 2018 entsteht zusätzlich zu den bisherigen Maßnahmen unter Partizipation junger Ehrenamtlicher ein Schutzkonzept für das Jugendnetzwerk Queere Jugend NRW.

Auf Initiative des Jugendnetzwerks – als ein Auftrag des Selbstverständnisses der Queeren Jugend NRW – arbeiten das Jugendnetzwerk und die Fachstelle unter professioneller Begleitung von Astrid Peter, langjähriger Expertin im Problembereich sexualisierter Gewalt, an einem Schutzkonzept für die ehrenamtlich geleiteten lsbtiq* Jugendgruppen in NRW.

 

Maßnahmen der Fachstelle zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in den Jugendgruppen:

  • Im Sinne der Umsetzung der §8A (Vorgehensweise bei Kindeswohlgefährdung) und §72A (Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Personen) Sozialgesetzbuch VIII haben die hauptberuflichen Mitarbeiter_innen der Fachstelle Queere Jugend NRW dem Trägerverein zum Stellenantritt ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt, um die fachliche Eignung nach §72 SGB VIII nachzuweisen, sowie eine entsprechende Selbstverpflichtungserklärung unterschrieben.
  • Im Rahmen der Jugendgruppenleiter_innen Ausbildung sowie der Fortbildungs- und Vernetzungstreffen unter dem Dach der Fachstelle Queere Jugend NRW orientieren sich die Mitarbeiter_innen an dem verbindlichen Curriculum des Landesjugendrings NRW. Hier ist die Thematisierung des §8a SGB VIII, des Jugendschutzes und der Schutzaltergrenzen und die Schulung zum Thema sexualisierte Übergriffe enthalten.
  • Des Weiteren wird das Thema “Schutz vor sexualisierter Gewalt” als ein Querschnittsthema verstanden, welches beständig in seinen verschiedenen Facetten reflektiert werden muss. Vor diesem Hintergrund spielen auch die pädagogische Auseinandersetzungen um Sexismus und Lookismus in der selbstorganisierten lsbtiq* Jugendkultur und Gruppenarbeit immer wieder eine wichtige Rolle. Grenzwahrendes Verhalten sowie die Erstellung, Einhaltung und Durchsetzung von Regeln, die Grenzverletzungen verhindern, sind Teil der von der Fachstelle Queere Jugend organisierten Juleica-Schulungen.
  • Als wichtiger zusätzlicher Qualifizierungs- und Fortbildungsbedarf der ehrenamtlichen Gruppenleiter_innen haben sich im Prozess der Schutzkonzeptentwicklung sexualpädagogische Basiskompetenzen herausgestellt. Die Fachstelle bietet seit 2019 regelmäßig sexualpädagogische Fortbildungsseminare an, um junge Ehrenamtliche darin zu stärken, lsbtiq* Jugendlichen einen achtsamen und grenzwahrenden Rahmen für das Besprechen von Sexualität, Lust und Körperlichkeit zu bieten.
  • Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Vermittlung einer soliden Verweisungskompetenz in Hinblick auf §8a SGB VIII bei den ehrenamtlich engagierten Jugendgruppenleiter_innen innerhalb ihrer Städte sowie eine  bestmögliche kommunale Einbindung. Dies ist standardisierter Bestandteil der Bestandsaufnahme bei (erstmaligen) Träger_innenbesuchen, Neugründungen von Jugendgruppen und in den Schulungen und Fortbildungsseminaren der Fachstelle.
  • Darüber hinaus erarbeitet die Fachstelle Queere Jugend mit ehrenamtlich engagierten Jugendgruppenleiter_innen Handlungsstrategien und pädagogische Kompetenz, um sich souverän und eindeutig in gruppenpädagogischen Settings zu bewegen.
  • Die Fachstelle Queere Jugend regt Vereinbarungen zwischen den ehrenamtlich tätigen Jugendgruppenleiter_innen und den jeweiligen Trägervereinen/ Kooperationspartnern zur Einführung erweiterter polizeilicher Führungszeugnisse für die Jugendgruppenleiter_innen an.

 

Das Schutzkonzept der Queeren Jugend NRW:

Der Prozess der Schutzkonzeptentwicklung für die Queere Jugend NRW ist noch nicht abgeschlossen.

Folgende Vereinbarungen und Hilfsmittel sind bereits im Jugendnetzwerk erarbeitet worden: